Pressebilder

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Bronzestatuette eines opfernden Römers, Bonn
Weihgabe
Unterhalb des Tempelhügels in der Bonner Zivilsiedlung wurde die nur 6,2 cm hohe Bronzestatuette gefunden, die ursprünglich als Votiv in dem Tempel geopfert worden war. Die Figur stellt einen Mann bei einer Opferhandlung dar. Er trägt eine Schale in der rechten Hand, ein geöffnetes Weihrauchkästchen in der linken Hand. Den Saum seines Gewandes, einer toga, hat der Opfernde während der heiligen Handlung über den Kopf gezogen. Eine werkstattgleiche Figur wurde in einem römischen Bauernhof im süditalischen Boscoreale ausgegraben. Der Bonner Fund belegt daher weit reichende Handelsbeziehungen im römischen Imperium des 1. Jahrhunderts n. Chr..

Foto: LVR/ M. Thuns

Weihgabe  
 
    Motorblock eines deutschen Jagdfliegers des 2. Weltkriegs,
Enger-Pödinghausen, Kreis Herford

Archäologie der jüngsten Vergangenheit
„Und dann gab es ein Rauschen, ein dumpfer Aufschlag, man sah was runterkommen“. Dies berichtet ein Zeitzeuge vom Luftkampf und Absturz eines deutschen Jagdflugzeuges am 27.11.1944 in Enger-Pödinghausen. Der Pilot rettete sich mit dem Fallschirm, das abgeschossene Flugzeug vom Typ Messerschmitt Bf 109 G 6/Y schlug in steilem Winkel auf dem Boden auf. Der Motorblock, der sich 4,5 m tief in die Erde gebohrt hatte, wurde jetzt durch die Bodendenkmalpflege in Ostwestfalen bei der archäologischen Kontrolle eines Baugeländes geborgen.

Bei dem Motor handelt es sich um ein Daimler-Benz-Aggregat mit 12 Zylindern, 36 Litern Hubraum und 1475 PS.

Foto: LWL/ W. Best

Motorblock eines deutschen Jagdfliegers des 2. Weltkriegs  
 
    Eulengefäß und Sternenkanne aus Höxter

Luxus in Höxter
In einem 8,5 m tiefen und 1,8 m breiten Abortschacht in dem Adelshof der Familie Heistermann von Ziehlberg entdeckten die Archäologen mehrere Zentner zerbrochener Glas- und Keramikgefäße, aber auch Luxusgegenstände und Goldschmuck aus Renaissance und Barock.
Äußerst selten und hochwertig ist ein Eulengefäß aus Fayence. Es handelt sich um einen Tafelaufsatz aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der fehlende, als Eulenkopf geformte Deckel ist bei einem zweiten, identischen Gefäß im Metropolitan Museum of Art in New York erhalten.

Die mit einem Sternmotiv auf der Wandung und einem ausdrucksstarken Löwenkopf unter dem Rand verzierte Steinzeugkanne gelangte aus einer Westerwälder Töpferwerkstatt nach Höxter. 

Foto: LWL/ S. Brentführer

Eulengefäß und Sternenkanne aus Höxter
 
 
    Flötenspielender Zwerg aus Bronze, römischer Geräteaufsatz, Köln

Ein römischer Zwerg aus Köln

Die nur 5,4 cm hohe, massiv gegossene Bronzestatuette eines Zwerges mit Doppelflöte wurde in der Baugrube der Nord-Süd Stadtbahn Köln am Kurt-Hackenberg-Platz gefunden. Auf dem großen Kopf trägt der nackte Zwerg einen hohen konischen Hut. Grotesk mutet sein unverhältnismäßig vergrößertes Glied an. Dies bot den Zeitgenossen Anlass zu Spott und Gelächter. Ebenso wie ein Buckel oder andere körperliche Gebrechen diente die Zurschaustellung – im Leben wie in der Kunst – zur Belustigung bei Festen. Am Gesäß ist die Figur mit einem schräg gestellten Stab verbunden, der ursprünglich in ein Gefäß oder in ein Möbelstück, vielleicht in ein Tischchen oder in einen Lampenständer eingelassen war. Der Zwerg wurde in einer Bodenschicht des römischen Hafens gefunden, die durch weitere Funde in das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert.

Foto: RGM/ RBA

Flötenspielender Zwerg aus Bronze, römischer Geräteaufsatz, Köln  
 
    Grabskulptur des 1. Jahrhunderts n. Chr., Köln

Steinerne Maske

Unheimlich sieht die Maskenskulptur aus, die bei den Ausgrabungen in der Baugrube der Nord-Süd Stadtbahn am Chlodwigplatz gefunden wurde. Sie gehörte gemeinsam mit einer zweiten Maske zum Dachschmuck eines römischen Grabmals und sollte mit ihrem abweisenden Gesicht allen Schaden von dem Grab fernhalten. Die Maske wurde auf dem selben Friedhof an der südlichen Ausfallstraße der Stadt gefunden wie der Grabbau des Lucius Poblicius, der im Römisch-Germanischen Museum  Köln wieder aufgebaut ist.

Foto: RGM/ RBA

Grabskulptur des 1. Jahrhunderts n. Chr., Köln  
 
    Bandkeramisches Idol, Merzenich, Kreis Düren

Ein Gesicht aus der Steinzeit
In Merzenich, einem der größten jungsteinzeitlichen Siedlungsplätze des Rheinlands, kamen bei Ausgrabungen Teile einer männlichen Statuette aus gebranntem Ton zu Tage, die in einer Abfallgrube deponiert worden waren. Kopf und das Fragment eines Armes gehören zu einer ursprünglich etwa 30 Zentimeter hohen Figur, die vermutlich eine Opferschale in den Händen hielt und vielleicht bemalt war.
Der im Rheinland einzigartige Fund gehört in die Zeit zwischen 5090 und 5050 v. Chr.

Erhaltene Höhe 5,5 cm.

Foto: DPA

Bandkeramisches Idol, Merzenich, Kreis Düren  
   
  Rekonstruktion eines römischen Reiterhelms aus Xanten-Wardt

Schutz und Prunk
Rätsel gab ein römischer Reiterhelm auf, der am Niederrhein aus dem Rheinkies ausgebaggert wurde. Auf der Oberseite des Eisenhelms war ein textiler Überzug erhalten, der sich nach eingehender naturwissenschaftlicher Untersuchung als kunstvoll geflochtener Haarschmuck erwies.
Die Rekonstruktion des originalen Helms zeigt eindrucksvoll die aufwändige Dekoration der Kalotte mit feinen Flechtbändern aus Pferdeschweifhaaren. Für die Herstellung und Montage dieses Werkstückes benötigte eine Restauratorin allein 120 Stunden Zeitaufwand.

Schussexperimente ergaben, dass dieser Helm aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. nicht nur zur Schau, sondern auch für Kampfeinsätze geeignet war. Die geflochtene Verzierung schützte sogar zusätzlich.

Foto: LVR

Rekonstruktion eines römischen Reiterhelms aus Xanten-Wardt  
 
    Römisches Haarnetz, Rommerskirchen, Rhein-Kreis Neuss

Kostbarer Kopfschmuck
Das Stirnband aus vergoldeten Metallplättchen und weißen bzw. dunkelblauen Glasperlen ist mit einem Haarnetz aus Wolle, vergoldeten Metallröllchen und Stabperlen aus Glas verbunden. Der Kopfschmuck gehört zu den luxuriösen Beigaben, die im Grab einer etwa 25jährigen Frau gefunden wurden. Die Asche der Toten, eingehüllt in ein Tuch aus Goldbrokat, wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. in einem Steinsarg beigesetzt. Der Sarg enthielt außerdem luxuriöse Glasgefäße, einen Kerzenleuchter aus Glas, einen Handspiegel, ein Marmortischchen und weiteren kostbaren Schmuck.

Der Inhalt des Sarkophags wurde nach seiner Bergung unter Laborbedingungen „ausgegraben“. Anhand der genau dokumentierten Fundlage des Haarnetzes, gelang es einer Wissenschaftlerin des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule Köln, die Knüpftechnik des Haarnetzes und die Anordnung der Schmuckelemente zu rekonstruieren und eine Nachbildung anzufertigen.

Foto: LVR/ M. Thuns

Römisches Haarnetz, Rommerskirchen, Rhein-Kreis Neuss  
     
    Fossil eines Schwimmsauriers aus Sommersell, Kreis Höxter

Als Westfalen noch ein Ozean war…

Der Fund des Schwimmsauriers von Nieheim-Sommersell ist eine Sensation. Vergleichbar vollständige Funde von Meeresbewohnern aus der Zeit vor 190 Millionen Jahren (Jura) hat es in dieser Region bisher nicht gegeben. Bergung und Präparierung der weichen Versteinerung waren in höchstem Maß aufwändig. Allein die Rettungsgrabung dauerte sechs Wochen. Der Plesiosaurus, der zu den Reptilien zählt, hat einen bootsförmigen Körper mit paddelförmigen Flossen. Paddelechsen, wie sie auch genannt werden, konnten bis zu 13 Meter lang werden, dieses Exemplar erreichte eine Länge von vier Metern. Der Kopf hat sich nicht erhalten. Durch Vergleichsfunde weiß man, dass auf dem langen Hals der Echse ein kleiner Kopf mit messerscharfen Zähnen saß.   

Foto: LWL/ B. Oblonczyk

Fossil eines Schwimmsauriers aus Sommersell, Kreis Höxter  
 
    Gürtelschnallenbeschlag aus Email, Sonsbeck, Kreis Wesel

Ein Gürtel aus Frankreich

Äußerst selten sind Gürtelschnallen dieser Art, die im frühen 13. Jahrhundert in einer Werkstatt des französischen Goldschmiedezentrums Limoges hergestellt wurden. Auf der 3,4 x 3, 2 cm großen Beschlagplatte aus Bronze ist in bunten Emailfarben ein kämpfender Krieger im Profil dargestellt. In weitem Ausfallschritt hält er mit dem linken Arm den Schild schützend vor den Körper, der hoch erhobene rechte Arm schwingt ein Schwert oder einen Säbel.

Foto: LVR/ M. Thuns

Gürtelschnallenbeschlag aus Email, Sonsbeck, Kreis Wesel